Redepausen

25. März bis 2. August 2015 (Bibliothek der Alten)
Konzept: Sigrid Sigurdsson (1964); Ausarbeitung: Gunnar Brandt-Sigurdsson (2014)

Die Video-Installation besteht aus einer Bearbeitung von Audio-Mitschnitten des ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesses von 1963 bis 1965 in Frankfurt am Main.
Zur Ergänzung liegt der Essay Völkermord als Strafsache von Werner Renz vor. Im Jahre 2000 erschien er als Artikel in der Frankfurter Rundschau.
Diese Arbeit wurde erstmals im Rahmen des Symposiums „Ausnahmezustände der Stimme“ des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung Berlin gezeigt.

Zur Entstehung:
Als Sigrid Sigurdsson mit Ida Stein-Feinberg den Prozess von der Zuschauerbank für einen Tag miterlebte, wurde sie auf die Pausen zwischen den gesprochenen Worten aufmerksam. Ihr Eindruck war, dass sich der Nachklang im Raum mit der Verfassung der Person und dem Inhalt des Ausgesagten aufgeladen hatte und das enthielt, was nicht formuliert werden kann. Aus diesem Eindruck heraus entstand die Idee des Projektes. Es existiert ein Originalkonzept aus dem Jahre 1964.

Durch die freundliche Unterstützung des Fritz Bauer Institutes konnten die Mitschnitte der Aussagen von zwölf Personen verwendet werden. Das Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin ermöglichte die Ausarbeitung durch großzügige Unterstützung.

Da das Ergebnis dieser Arbeit auf einem klanglichen Eindruck basiert, ist auch die Auswahl der Mitschnitte subjektiv auf klanglicher Basis erfolgt und erhebt nicht den Anspruch, den gesamten Prozess zu repräsentieren.

Link: Historisches Museum Frankfurt am Main

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